Erzieherin aus sansibarischer Partnerschaftsgemeinde hospitiert in Süderholm

Emelda aus Sansibar

erobert ev. Kita „Storchenest“ im Sturm

Schon seit längerer Zeit pflegt die Kirchengemeinde Heide eine Partnerschaft zu der tansanischen Insel im indischen Ozean Sansibar. Nur zwei Prozent der Bevölkerung dort gehören der evangelisch – lutherischen Kirche an. Zu diesen zwei Prozent unterhält die Kirchengemeinde Heide regelmäßigen Kontakt.

Seit August 2016 entstand daraus zusätzlich eine Partnerschaft zwischen einem dort ansässigen Kindergarten und den drei zum evangelisch – lutherischen Kitawerk Dithmarschen gehörenden Kitas „Storchennest“, „Lindenstraße“ und „Familienzentrum/ Johannes – Kita“. Nachdem wir schon im März 2017 den tansanischen Pastor Maloda aus Sansibar in unserer Kita begrüßen konnten, fand nun ein rund dreiwöchiger Besuch, verbunden mit der Hospitation in den drei genannten Kitas, einer fünfköpfigen Delegation aus der Partnerschaftsgemeinde statt. So hatten wir das große Glück in Süderholm die 21- jährige Emelda Said begrüßen zu dürfen.

Schon nach kurzer Zeit eroberte sie mit ihrer aufgeschlossenen und fröhlichen Art unsere Kita im Sturm. Anfängliches Zögern vor allem bei den kleineren Kindern, die zuvor noch nie einen Menschen mit dunkler Hautfarbe gesehen hatten, war schnell verflogen. Auch die Sprachbarriere (Emelda spricht nur Suaheli und Englisch) stellte kein Problem dar, verständigte man sich doch einfach mit Blicken, Händen und Füßen. Einige Kinder zeigten sogar großes Interesse an der ostafrikanischen Sprache. Das Lied „A sante sana yesu – Wir danken Dir, Herr Jesu“ wurde mit all seinen Strophen zum gern gesungenen Kita – Hit.

Emelda ist in ihrer Heimat eher eine Lehrerin als eine Erzieherin, so dass sie während ihres Aufenthaltes bei uns großes Interesse an der hiesigen Betreuung und dem Lernverhalten von Kindern zwischen 0 und 6 Jahren zeigte.

So spielte sie mit den Kindern Kreisspiele, machte Experimente, bastelte, ging mit zum Turnen und besuchte während des Naturtages mit uns die „Füchse“ des Katharinen – Kindergartens in Nordhastedt. Im Gegenzug sang sie mit uns Lieder in ihrer Landessprache, erzählte uns, wie der Unterricht, auch schon für die Kleinsten, in Sansibar aussieht und kochte mit den Kindern „Uji“ – ein Breigericht aus ihrer Heimat, welches von den Kindern gern gegessen wurde.

Neben Emelda gehörten zu der Reisegruppe ihre zwei Kolleginnen Sifa Heriel und die Frau von Pastor Maloda, Joyce Shekalaghe, sowie Nelson Msangi, der die Verwaltung der evangelisch – lutherischen Kirche auf Sansibar leitet und seine Frau Winifrida Mwambo, die in Daressalam ein Haus hat, das als Kindergarten genutzt wird.

Von Anfang an verbunden mit dem Partnerschaftsprojekt ist Friederike Kruse, die beruflich zehn Jahre in Nairobi gelebt hat, fließend Suaheli spricht und uns während des gesamten Aufenthaltes nicht nur als Dolmetscherin hilfreich zur Seite stand.

Zum Abschied erhielten wir neben afrikanischem Kaffee und Tee, sowie bunten Bildern und Fotos von den Kindern aus Sansibar, einen „Magic chair“ – einen Zauberstuhl. Setzt man sich darauf und schließt die Augen, so fühlt man ein kleines bisschen Sansibar.

Für alle Großen und Kleinen der ev. Kita „Storchennest“ war der Besuch von den Sansibaris aber vor allem von Emelda eine große Bereicherung.

Über Inklusion und das gemeinsame Miteinander zu sprechen und darüber zu lesen – ist das eine. Aber selbst schon als Kind, Begegnungen und Gemeinsamkeiten in der Wirklichkeit zu erleben, über Sprachbarrieren hinweg und ohne Herkunft, ist viel wertvoller und nachhaltiger.

In der Zukunft werden wir weiter Kontakt über die neuen Medien zu unserer neuen Freundin halten.

Denn genau wie der „Magic chair“, wird auch Emelda für immer einen festen Platz bei uns haben!

„A sante sana, Emelda!“

  • Danke, Emelda!