Gedanken zum Waldfriedhof

Wenn nach kalt dunklen Wintertagen die Sonne am Himmel immer höher steigt und es langsam wieder heller und wärmer wird, bricht sich die Natur Bahn.

Für mich die schönste Jahreszeit. Das zart leuchtende Maigrün der Bäume, das helle Gelb der Rapsfelder und – leider bei uns im Norden eher selten – der blaue Himmel, an dem vereinzelt Schäfchenwolken vorbeiziehen.

Was vor Wochen noch kahl und kalt abweisend wirkte, steht jetzt in Laub und Blüte.

Besonders eindrücklich erlebe ich diesen Wandel immer wieder auf unserem Waldfriedhof. Im Winter ein so trister Ort, auf dem die Steine der Gräber ein hartes Zeugnis von Schmerz und Abschied sind.

Im Frühjahr aber wächst das Grün an ihrer Seite und der große Stein, durch ein Kreuz in vier Teile geteilt, scheint ebenfalls zu blühen. In den schmalen Spalten, die ihn trennen, wachsen Gras und junge Setzlinge dem Licht entgegen.

Ein schöner Ort – obwohl oder vielleicht doch weil?!? Friedhof.

                                                                                                                         
                                                                                                                                                      Fotos ( Sven Brandt )