Nordhastedt vor 250 Jahren Donnerstag, den 16. März 2017 um 19.00 Uhr

Der Brand der Katharinen-Kirche zu Pfingsten 1741 war eine Urkatastrophe Nordhastedts.

Er traf die Gemeinde zur Unzeit und führte über Jahrzehnte zu einer extremen Belastung des kleinsten der Süderdithmarscher Kirchspiele.

Die finanziellen Folgen des Unglücks, die Auswirkungen der großen Politik, Sturmfluten und Viehseuchen haben in den folgenden Jahrzehnten wesent­liche Auswirkungen auf das Leben in der Gemeinde.

Trotzdem ist das „lebensfrohe“ Nordhastedt in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts mit einem überdurchschnittlichen Bevölkerungswachstum versehen.

 

Thomas Giesenhagen, der seit 1994 mit seiner Familie in Nordhastedt lebt, hat sich vor einigen Jahren auf eine familiäre Spurensuche begeben.

Überrascht stellte er fest, dass er auch Vorfahren hat, die vor langer Zeit in unserer Gemeinde lebten.

Bei der weiteren Erforschung ihrer Geschichte ist er immer tiefer eingestiegen in die Ortsgeschichte Nordhastedts und Dithmarschens.

 

Herausgekommen ist ein 500 Seiten starkes Buch, das nun, pünktlich zum Jahresbeginn 2017, mit Unterstützung des Vereins für Dithmarscher Landeskunde, veröffentlicht ist. Eine Chronik Dithmarschens im 18. Jahrhundert, aus dänischer Zeit, in deren Mittelpunkt der Autor das Leben des hiesigen Kirchspielvogts Johann Harders und der Nordhastedter Gemeinde gestellt hat.

Wir möchten Sie für Donnerstag den 16. März 2017 um 19.00 Uhr zu einem ca. zweistündigen Vortrag in unsere Katharinen-Kirche einladen und bitten Sie, sich diesen Termin schon jetzt vorzumerken.

Thomas Giesenhagen wird Sie auf eine Zeitreise ins 18. und frühe 19. Jahrhundert mitnehmen. Wir werden erfahren, welche Folgen für die Kirchengemeinde der Brand von 1741 hatte, in welche politischen Verstrickungen der Ort in der Folge geriet und welche Mühe es schließlich kostete, die Kirchenruine über die nächsten knapp 40 Jahre zu renovieren.

Daneben wird Herr Giesenhagen auch auf zahlreiche Zeitdokumente aus der Nordhastedter Ortsgeschichte eingehen, die er für sein Buch gesammelt hat. Er wird uns zeigen, wie der Ort aussah, welche Familien vor 250 Jahren hier lebten, wo deren Höfe lagen, die Handwerker ihr Tagwerk verrichteten, Gaststätten der Bewirtung dienten und sogar ein Nordhastedter Bier gebraut wurde. Wir erfahren, warum auch im Ort der „Danebrog“ wehte, Kosaken einfielen, eine Papagojengilde entstand und verging, schließlich ein Nordhastedter Mäßigkeitsverein gegründet wurde u.v.m.

 


Thomas Giesenhagen

Thomas Giesenhagen, geb. 1963, gelernter Bankkaufmann und Finanzanalyst, 
war u.a. zwei Jahrzehnte in verschiedenen Führungspositionen tätig. 
Bereits früh hat er sich intensiv mit volks- und betriebswirtschaftlicher 
Kapitalmarktanalyse befasst und das globale Börsengeschehen vielfältig kommentiert. 
Die erworbenen Fähigkeiten, komplexe Situationen zu durchleuchten, relevante 
Verbindungen zu schaffen, zu verdichten und zu beschreiben, ruft er nun in seinem 
publizistischen Erstlingswerk in neuer Form ab.
 Thomas Giesenhagen ist in Heide aufgewachsen und hat seinen Lebensmittelpunkt 
in Dithmarschen. Seit vielen Jahren lebt er mit seiner Familie in Nordhastedt.


Der Autodidakt, der sich seit längerer Zeit mit regionaler Geschichte und 
Familienforschung beschäftigt, nennt sich selbst mit einem Augenzwinkern einen 
Archiv-Archäologen, "einen Jäger des verlorenen Wissens", oder, um Goethe zu 
ergänzen: "Alles Gescheite ist schon gedacht worden, man muss nur versuchen, 
es noch einmal zu denken" - oder wiederzufinden, wo es aufgeschrieben wurde.
Dithmarschen unterm Danebrog

Norder- und Süderdithmarschen wachsen in der Blütezeit des Dänischen Gesamtstaats 
im 18. Jahrhundert mühsam zusammen. Dann erreichen das Gedankengut 
der französischen Revolution und Napoleons Machtstreben den hohen Norden. 
Das aufklärerische Streben nach einer besseren Welt mündet für die Region in eine 
politische und wirtschaftliche Katastrophe. 

 Eine umfangreiche Dithmarscher Wirtschafts-, Zeit- und Ortsgeschichte, 
vom spätbarocken Pietismus über Aufklärung und "Franzosentid" bis 
zum restaurativen Biedermeier. Lokale Geschichte wird ausführlich 
in seiner wirtschaftlichen, familiären und geistigen Wechselwirkung 
zum holsteinischen Umland und den Verwaltungsstrukturen des 
dänischen Gesamtstaates dargestellt. 
 Der Autor führt durch das Leben des Kirchspielvogts Johann Harders 
(1748-1826), faktenreich und mit einer Fülle von Originalquellen. 
Tief in der bäuerlichen Dithmarscher Tradition und 
den alten 48er Regentenfamilien verwurzelte Staatsdiener treffen 
auf unzählige Zeitgenossen und holsteinische Mentalitätsgeschichte. 
Sie alle zeigen, wie auch in Dithmarschen bis zum Vorabend 
der Erhebungen des 19. Jahrhunderts stolzer Eigensinn und 
Gesamtstaatspatriotismus noch gut unter eine kosmopolitische 
Perücke und einen noch-nicht-nationalen Hut passen. 
 Mit seiner intensiv erforschten Orts- und Gebäudegeschichte 
von Meldorf und Nordhastedt (es wird zeitweise zu einem echten 
Landespolitikum), neuen Erkenntnissen zu Carsten Niebuhr und 
Heinrich Christian Boie, einem umfangreichen Personenregister 
mit über 1.000 Namen eine übervolle Schatzkiste für jeden 
regionalhistorisch und genealogisch Interessierten.