Die Katharinen-Kirche

Nordhastedt wird als eigenständiges Kirchspiel „Repherstedte“ 1345 erstmals erwähnt.Es hat sich vermutlich vom Urkirchspiel Weddingstedt abgetrennt.

Die Nordhastedter Katharinen-Kirche ist schön und alt und klein, umgeben von hohen Bäumen.

Geweiht wurde sie der Heiligen Katharina von Alexandrien, die zu den 14 Nothelfern zählt und Schutzpatronin der Schulen, der philosophischen Fakultäten, der Näherinnen und Schneiderinnen ist. Der Katharinentag (25. November) war Stichtag für den Schluss der Vieh- und Bienenweide, für den Beginn der Schafschur und letzter Termin für Fesflichkeiten vor der advenflichen Bußzeit.

ln seiner wechselvollen Geschichte hat das Gotteshaus den Bewohnern Nordhastedts Schutz in Kriegszeiten und bei anderen Gefahren geboten. Am 22. März 1603 schtug der Blitz in den Kirchturm ein. Nur mit größter Anstrengung gelang es, das Fundament des Turms und die Kirche, aus der man bereits das Gestühl herausgebrochen hatte, zu retten.

Die wertvolle Kanzel aus Eichenholz kam 1648 als Schenkung in die Kirche. Geschaffen hatte sie der darnals in Heide ansässige Schnitzer Jürgen Heitmann d. J. Die fünf geschnitzten Reliefs zeigen Begebenheiten aus der Kindheit Jesu. Die Holztaufe in barockem Stil ist aus dem 17. Jahrhundert.

Ein großes Gemälde im Nazarenerstil, einer romantisch-religiösen Kunstrichtung zu Beginn des 1g. Jahrhunderts, hängt an der Nordwand: ,“Christus in Emmaus“ (von 1836/38).

Ein weiterer Brand 1741 zerstörte Pastorat, Glockenhaus, Kirchturm und die erste Nordhastedter Schule. Dabei verbrannten auch alle bis dahin aufbewahrten Aufzeichnungen. Obwohl die dabei beschädigte Kirche baufällig geworden war, konnte man sich erst 1762 zu einem Neubau durchringen. Weil vermutlich das nötige Kapital fehlte, blieb es bei einer Reparatur der Kirche.

1837 musste sie saniert werden. Die Grundmauern der Kirche wurden erneuert und sie erhielt den bis heute bestehenden Grundriss. Schiff und Kastenchor des Gotteshauses sind im Kern gotisch gehalten. Der Chor besteht großenteils aus Feldsteinen und hat hinter dem Altar strahlend hervor. Der Altar ist aus Ziegelsteinen gemauert. Das Altarkreuz schenkte die Witwe des Pastors Carthenser 1860 dem Gotteshaus.

Bis 1858 stand die Nordhastedter Kirche mitten auf dem Friedhof. Nachdem der neue Friedhof einige Gehminuten entfernt angelegt worden war, wurden die Gräber um die Kirche eingeebnet und entstand das heutige Bild.